Frauenfortbildung in Sokodé / Togo (MP 1009)

Christine Dzamessi ist die Leiterin des Fortbildungszentrums in Sokodé.

Die Arbeit mit Frauen ist für die Evangelische Kirche von Togo ein Schwerpunkt. In der Zentralregion des Landes mit der regionalen Hauptstadt Sokodé ist die vom Staat bereit gestellte Infrastruktur begrenzt. Gerade deshalb hat die Kirche hier ihr Fortbildungszentrum für Frauen errichtet.

Christine Dzamessi ist schon lange Mitarbeiterin von COPFEDES, dem „Evangelischen Frauenverband für Entwicklung und Solidarität“. Man spürt: Für sie ist die Arbeit mit und für Frauen eine Herzensangelegenheit. Besonders glücklich ist sie über das Fortbildungszentrum in Sokodé, das vor einigen Jahren mit Hilfe der Norddeutschen Mission und des Evangelischen Entwicklungsdienstes gebaut wurde. „Das hat viel verändert in der Region“, meint sie. „Und darüber hinaus. Mittlerweile sind wir ja landesweit für Weiterbildungen von Frauen innerhalb der Evangelischen Kirche zuständig.“

Das CAFSNI, wie das Zentrum abgekürzt genannt wird, hat zwei Schlafräume mit je 30 Betten, ein Übernachtungszimmer für zwei Personen, einen Sitzungssaal, Toiletten und ein Büro. Außerdem gibt es eine Cafeteria mit einem Angebot an Getränken und kleinen Speisen. „Bei uns übernachten immer mal wieder Leute, die auf der Durchreise sind“, erzählt Christine Dzamessi. „Außerdem sind wir ein Teil von Sokodé geworden. Die Ortsansässigen kommen, trinken etwas bei uns und informieren sich so gleich über unsere Angebote.“

Und die sind vielfältig. Großes Interesse finden 3-Tage-Seminare für Frauen, in denen Grundwissen über Ernährung, Hygiene und Gesundheit vermittelt wird. Darüber hinaus dient das Zentrum der Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen von COPFEDES, die in den Dörfern mit Frauengruppen arbeiten. Schließlich organisiert Christine Dzamessi Alphabetisierungskurse für Frauen, die sehr gut nachgefragt werden.

„Ich bin sehr glücklich“, strahlt die COPFEDES-Mitarbeiterin. „Wir haben mittlerweile von allen Frauen, die Mitglied in unseren Gemeinden sind, 30 Prozent mit mindestens einem Angebot erreicht. Sie sind Leiterin einer Frauengruppe geworden, engagieren sich für die Entwicklung, haben das Leben in der Familie in Bezug auf die Gesundheit verbessert, arbeiten in einem einkommenschaffenden Projekt oder organisieren ihren Haushalt sinnvoller und hygienischer. Und all’ das führt am Ende auch dazu, dass sich das Verhalten der Männer verändert. Wenn das kein Erfolg ist!“

Hinzu kommt die Arbeit mit Kindern. Mittwochs und sonnabends sind Fünf- bis Zwölfjährige eingeladen, im Zentrum zu spielen und zu lernen. In den Sommerferien kommen etwa einhundert Kinder für zwei Wochen nach Sokodé. „Zuerst sind viele etwas scheu, haben Angst“, erzählt Christine Dzamessi. „Aber das ändert sich rasch. Es ist wunderbar, zu sehen, wie sie im Laufe der Zeit immer selbstbewusster werden. Wir verbinden Hygiene-Erziehung und Entwicklungsfragen mit Spielen und Liedern. Vor und während der Präsidentschaftswahlen geht es bei uns auch um die gewaltfreie Lösung von Konflikten. Und diese Inhalte werden an die Eltern weitergegeben, zum Beispiel durch Theaterstücke, die wir am Ende vorspielen.“

© Norddeutsche Mission 2009