Entwicklungsarbeit / Ghana (MP 1006)

Die Unterstützung von Gemüseanbau-Projekten - wie hier die Kultivierung von Okra - ist Teil der Arbeit des Entwicklungsbüros.

Die Entwicklungsabteilung der Evangelical Presbyterian Church, Ghana – abgekürzt EPDRA genannt – spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Kirche. Unter einem Dach sind hier Landwirtschaft, Gesundheit, Ökologie und Beratungs- und Beschäftigungsprogramme untergebracht. Hinzu kommt die Vergabe von Kleinkrediten.

„Dorthin Licht zu bringen, wo Dunkelheit herrscht – das ist die Hauptaufgabe der E.P.Church“, so lautet das Leitmotiv der Kirche. Dabei geht es nicht nur um die spirituellen Bedürfnisse der Menschen, sondern auch um ihre ganzheitliche Entwicklung und die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse. „Unser ursprüngliches Entwicklungsbüro ist aus einem Programm von ‚Brot für die Welt’ hervorgegangen “, erzählt Godwin Ampony, Mitarbeiter von EPDRA. „Seit 2006 sind wir offiziell als Nichtregierungsorganisation registriert und können uns so leichter auch Kooperationspartner im nicht-kirchlichen Bereich suchen.“

Die Aufgaben der Entwicklungsabteilung sind mittlerweile sehr unterschiedlich. In Bezug auf die Landwirtschaft ist EPDRA für die Stationen im Norden des Landes sowie für „Ho Farms“ zuständig. Zur Koordinierung des Bereichs Gesundheit gehört die Begleitung der E.P.Church- Kliniken, wie in Ghana Gesundheitsstationen mit medizinischem Personal aber ohne Arzt genannt werden. Hinzu kommen ein Blindenprojekt sowie HIV/Aids-Programme, die im Rahmen der Kirche laufen. „Das Thema Umwelt wird auch immer wichtiger“, meint Godwin Ampony. „Wir müssen aufmerksamer und schonender mit dieser Einen Welt umgehen. Jeder sollte an der Stelle, wo er steht, seinen Beitrag leisten. Für uns sind das die SODIS-Projekte, also die Gewinnung von sauberem Wasser, das Agenda- 21-Programm und die Information der Bevölkerung über Hygiene.“

Die Vergabe von Kleinkrediten nimmt inzwischen breiten Raum ein innerhalb des Entwicklungsbüros. Wie sehen die typischen Kreditnehmer aus? Der EPDRA-Mitarbeiter lacht:“ Es sind vor allem Kreditnehmerinnen. Frauen sind meistens besser organisiert und zahlen in fast allen Fällen den Kredit pünktlich zurück. Zum Beispiel Grace Owusu. Die 35jährige ist verheiratet und hat vier Kinder. Ihr Mann ist arbeitslos. Grace hat von uns 75 Euro als Kredit bekommen, mit einem deutlich geringeren Zinssatz als bei einer Bank. Damit hat sie landwirtschaftliche Produkte gekauft, eingelagert und sie mit Gewinn später wieder verkauft. So konnte sie für die medizinische Behandlung ihrer Mutter aufkommen, als diese krank war und die Schulgebühren der Kinder bezahlen. Und inzwischen ist der Kredit getilgt. So etwas macht mich sehr froh.“

Laut Ampony hat die Entwicklungsabteilung einen großen Anteil daran, dass die Menschen mehr Hoffnung schöpfen. Sie sehen, wie erfolgreich die Arbeit des hoch motivierten Teams ist. Sie nehmen konkrete Veränderungen ihrer Lebenssituation durch verbesserte Hygiene- und Gesundheitsstandards wahr. „Unser Problem ist nur“, sagt der EPDRA-Mitarbeiter, “dass unsere Planung erschwert ist durch die unsichere Finanzierung. Wir wissen nie, wie es im nächsten Jahr weiter geht.“

© Norddeutsche Mission 2009