Das „Activity-Centre" in Ho / Ghana (MP 1105)

Alice Ayebi (Mitte) leitet das Activity Centre seit über zehn Jahren mit großem Erfolg.

Das „Activity Centre" in Ho ist für junge Mädchen und Frauen in einer schwierigen Lebenssituation eine einzigartige Möglichkeit, eine Perspektive für ihre Zukunft zu entwickeln. Sie bekommen eine Basisausbildung und erlernen Fähigkeiten, um sich selbst zu ernähren.

Alice Ayebi ist eine kleine energische Frau mit einem umwerfenden Lächeln. Sie breitet die Arme aus: „Dies ist mein zweites Zuhause." Immerhin hat das „Activity-Centre", das sie leitet, Ende 2008 schon das zehnjährige Bestehen gefeiert.1997 renovierte die E.P.Church ein altes Gebäude in unmittelbarer Nähe der Kirchenleitung in Ho und stellte es Alice Ayebi zur Verfügung. Und die Lehrerin begann, ihren Traum, Menschen nachhaltig zu helfen, zu verwirklichen. „Wir nehmen arbeitslose Mädchen und ganz junge alleinstehende Mütter, also Teenage Mothers, auf. Sie sind zwischen 15 und 25 Jahre alt", erzählt Frau Ayebi. „Eigentlich haben wir nur 15 Plätze, aber es werden meistens mehr. Schon ganz am Anfang waren es 20; sie standen mit ihren Babys einfach vor der Tür. Für viele war es die einzige Chance."

Anfangs umfasste der Unterricht ausschließlich Kurse in Kochen, Nähen und Kunsthandwerk. Doch es stellte sich schnell heraus, dass die jungen Mädchen Defizite in der Basisbildung hatten, so dass Ewe- und Englisch-Unterricht, aber auch Sozialkunde, Ethik und Themen wie Gesundheit und Umwelt mit aufgenommen wurden. Die Ausbildung - mit Unterricht von 8 Uhr bis 17 Uhr - läuft über zwölf Monate. Mehrere kurze Ferienzeiten ermöglichen den Teilnehmerinnen zwischendurch, Geld zu verdienen oder in ihr Heimatdorf zu gehen und den Eltern bei der Kakaoernte zu helfen. „Immer mehr junge Frauen kommen nämlich von außerhalb", erklärt Alice Ayebi. „Seit einigen Jahren haben wir deshalb auch ein Hostel. Nachdem Küche und Duschen vor fünf Jahren renoviert wurden, können wir dort 15 bis 18 Teilnehmerinnen unterbringen."

Der Unterricht wird jeweils der Marktlage angepasst. Zum Batiken ist die Seifen- und Puderherstellung gekommen, beim Kochen wird sowohl das traditionelle ghanaische Essen als auch die internationale Küche berücksichtigt. Das Erlernen von Buchhaltung sowie Exkursionen zu landwirtschaftlichen Projekten, Hotels und weiterführenden Schulen spielen eine große Rolle. „Und das Ergebnis ist hervorragend", sagt Alice Ayebi glücklich. „Unsere Absolventinnen bekommen Arbeitsstellen in Hotels, in Krankenhäusern, in Batik-Werkstätten, beim Gesundheitsministerium. Oder sie machen eine weitere Ausbildung oder einen höheren Schulabschluss. Eine ehemalige Teilnehmerin hat ein eigenes Restaurant eröffnet. Und das läuft auch dank der Finanzkenntnisse, die sie bei uns erworben hat."

Rechnen muss allerdings auch Alice Ayebi. Ihre Schülerinnen können selbst kaum etwas bezahlen. Die E.P.Church stellt das Gebäude zur Verfügung, aus Deutschland kommen Spenden für den laufenden Etat, die Materialien, Mittel für Honorarkräfte. „Wir tragen durch den Verkauf selbst hergestellter Produkte auch etwas dazu bei", erläutert die Leiterin des Zentrums. „Wir veranstalten einen dreitägigen Bazar, auf den durch das Radio und Lautsprecherwagen in Ho hingewiesen wird. Oder gehen in die Dörfer und verkaufen selbstgebackenen Kuchen. Aber das reicht natürlich nicht."

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