Auf dem Land ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Ghana ein großes Problem. Die Evangelical Presbyterian Church unterhält daher mehrere Gesundheitsstationen in den Regionen weitab der Städte. Eine davon ist am Nordufer des Volta-Stausees, in Dambai.
Krankenpfleger Emmanuel Agbadzida nimmt die Pflegeleitung wahr in der Klinik. So wird in Ghana eine Gesundheitsstation mit medizinischem Personal, aber ohne Arzt genannt. "Ich bin zwar erst seit zwei Jahren hier", erzählt er, " aber ich fühle mich mit der Arbeit sehr verbunden. Wir sind ein gutes Team. Alle setzen sich mit ihrer ganzen Kraft dafür ein, dass unsere Patienten geheilt werden. Nur die ganz schwierigen Fälle müssen wir ins Krankenhaus bringen. Das ist in Nkwanta, etwa 60 Kilometer entfernt."
Die meisten der 30 bis 40 Kranken, die die Dan Moser Clinic pro Tag aufsuchen, kommen wegen Malaria, Wurmkrankheiten oder Anämie. "Bilharziose ist auch ein großes Problem", so Agbadzida weiter. "Das ist eine parasitäre Erkrankung, die man sich in manchen Gewässern hier holen kann. Es trifft vor allem Fischer und kleine Kinder, die im Wasser gespielt haben. Dann muss man schnell handeln, um die Krankheit noch im Frühstadium zu bekämpfen."
Die Hebammen der Gesundheitsstation sind für die Frauen der Umgebung wichtige Ansprechpartnerinnen geworden. Jeden Tag begleiten sie durchschnittlich drei Geburten in der Klinik. Zwanzig bis 25 Schwangere kommen pro Tag zu Vorsorge-Untersuchungen. Auch nach der Geburt besuchen die Hebammen die jungen Mütter, kümmern sich um die Nachsorge und informieren sie über Hygienefragen. Die Babys werden geimpft und erhalten - wenn nötig - Vitamine.
Die Finanzierung der Behandlungen läuft zum Teil über die Krankenversicherung, die einige der Patienten haben. Jedoch können nicht alle Leistungen auf diesem Weg abgerechnet werden, wie zum Beispiel das Labor. "Dann hoffen wir darauf, dass ab und zu Patienten kommen, die privat zahlen“, meint Emmanuel Agbadzida. "Sonst wird es eng. Auch die Malariabehandlung ist für die Menschen hier nicht billig. Ohne Versicherung müssen sie umgerechnet fünf Euro bezahlen. Die Anämie-Behandlung kostet zwei Euro. Eine Geburt können wir nur betreuen, wenn die Mutter krankenversichert ist. Dringend fehlt uns ein Inkubator für Frühgeburten, und wir benötigen weitere Instrumente für die Geburtshilfe."
Auf der anderen Seite hat die Gesundheitsstation guten Zulauf, gerade weil sie nicht staatlich sondern kirchlich geführt wird. Ganz selbstverständlich beschreibt der Krankenpfleger, dass die Patienten sich in Dambai wohler fühlen als anderswo, die Behandlung sei besser: "Es ist einerseits das Fachliche, so wurden uns in jüngster Zeit drei Steißlagen von Kliniken der Regierung überwiesen, weil sie dort nicht mehr weiter wussten. Wir haben in allen Fällen Mutter und Kind retten können. Andererseits spüren die Patienten unser Arbeitsethos und den Glauben, der uns trägt."
© Norddeutsche Mission 2009