Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass die Bevölkerung in armen Ländern eine Entwicklungschance hat. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) engagiert sich daher auch in diesem Bereich und unterhält Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien.
Tado liegt in der Region Moyen-Mono im Südosten Togos. Dieser Teil des Landes ist eine unwirtliche Gegend mit nur wenigen Straßen. Selbst die Piste von Tado zur nächsten größeren Stadt Notsé ist schlecht passierbar. Die Menschen sind – im Vergleich zu anderen Regionen des Landes – noch ärmer.
Die Evangelische Kirche von Togo hat hier bereits 1973 eine weiterführende Schule eröffnet. Mittlerweile ist sie zum Collège - also Gymnasium – mit 400 Schülerinnen und Schülern ausgebaut. „Darauf sind die Leute hier richtig stolz", meint der Direktor der Schule Kwami Agbobli. „Sie rechnen es der Kirche hoch an, dass die sie nicht vergessen, sondern bewusst hier eines von landesweit fünf evangelischen Gymnasien errichtet hat. Das stärkt das Selbstwertgefühl und die Zuversicht, den schwierigen Alltag bewältigen zu können".
Schwierig war es vor allem für die Mädchen, auf die weiterführende Schule zu gehen. Da in Togo Schulgeld gezahlt werden muss, kann es sich kaum eine Familie leisten, alle Kinder für eine längere Zeit zur Schule zu schicken. Und dann sparen die meisten Eltern bei der Ausbildung der Töchter. „Wir haben für dieses Problem eine Lösung gefunden. Auch wenn sie etwas ungewöhnlich ist, das muss ich zugeben", schmunzelt Agbobli. „Wir stellen mit Hilfe von Spenden aus Deutschland Stipendien für alle Schülerinnen zur Verfügung. Wohlgemerkt nur für die Mädchen." Das Stipendium geht direkt an die Schule und begleicht das Schulgeld. Über 100 Schülerinnen konnten im letzten Jahr davon profitieren. Zusätzlich wurden Stipendien für zwei Waisenjungen bewilligt.
Im Gymnasium von Tado ist in den vergangenen drei Jahren viel passiert: Sportgeräte konnten angeschafft werden, die Klassenräume bekamen Strom, und eine Zisterne wurde gebaut. Geplant ist nun ein Brunnen zur Wasserversorgung. Beim Stundenplan legt das Kollegium nicht nur auf die klassische Ausbildung wert. Eine hohe Priorität haben auch Unterrichtseinheiten über Hygiene und HIV/AIDS. Hinzu kommt die Vermittlung von Kenntnissen, mit denen die Schülerinnen und Schüler das Familieneinkommen erhöhen können.
„Die Region ist arm, das spüren wir hier jeden Tag", erzählt Direktor Agbobli. „Die meisten Bauern leben von der Baumwolle, und da ist der Preis im Keller. Entsprechend haben die Familien zunehmend Probleme, das Schulgeld zu bezahlen. Insofern wäre es natürlich schön, wenn wir auch einige Stipendien für Jungen hätten. Ansonsten müssten die Schüler von der Schule abgehen, ohne einen Abschluss. Und das passiert leider schon jetzt."
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