Bethesda - Krankenhaus am Agou - Berg / Togo (MP 1011)

Die Geburtshilfe ist ein wichtiger Bereich der Arbeit des Bethesda-Krankenhauses.

Das Bethesda-Krankenhaus liegt 120 Kilometer von der togoischen Hauptstadt Lomé entfernt am Fuß des Agou-Berges. In dieser größten medizinischen Einrichtung der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) werden vor allem schwere Krankheiten behandelt, für die Basis-Gesundheitsstationen nicht ausreichen.

Die Geschichte des Bethesda-Krankenhauses ist schon lang. In einer von der Norddeutschen Mission (NM) gegründeten Missionsstation behandelte ab 1931 eine Krankenschwester aus der Schweiz die Kranken aus der Umgebung. Später wurden einheimische Kräfte ausgebildet und eine Gesundheitsstation eingerichtet. 1969 konnte das Krankenhaus in seiner jetzigen Form mit Unterstützung der NM und des Evangelischen Entwicklungsdienstes gebaut werden.

„Heute gehören folgende Fachrichtungen zum Krankenhaus“, erklärt Verwaltungsdirektor Anani Kuadjovi. „Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Intensivmedizin, Radiologie, sowie die Ambulanz, Operationssäle, Labore und die Apotheke. Damit haben wir die Möglichkeit, in fast allen Fällen kompetent helfen zu können.“ Hinzu kommen zwei weitere Spezialgebiete. Zum einen sind drei Monate im Jahr Gastärzte aus Deutschland im Bethesda-Hospital, die Zahnbehandlungen und kieferchirurgische Eingriffe vornehmen. Dazu gehören Tumorentfernungen am Kopf, Entzündungen der Kieferknochen und der Gesichtshaut und Korrekturen von Kiefer- und Gesichtsspalten. Zum anderen kann in Zusammenarbeit mit der Christoffel-Blindenmission Augenchirurgie angeboten werden. „Viele Patienten haben lange auf eine dieser Spezialbehandlungen warten müssen“, erzählt Kuadjovi. „Sie sind unendlich dankbar, wenn ihnen endlich geholfen wird.“In der Ambulanz und in der Inneren Medizin haben die Ärzte vor allem mit Wundversorgung, Tuberkulose, Malaria, Anämie und Bluthochdruck zu tun. „Und mit Krankheiten, die infolge einer HIV/Aids-Infektion aufgetreten sind.“ Der Verwaltungsdirektor schüttelt den Kopf. „Und das sind nach wie vor nicht wenige. Deshalb gehen wir auch in die Dörfer der Umgebung. Dort informieren unsere Mitarbeiter die Bevölkerung über Hygiene, bessere Ernährung, aber eben auch über die Ansteckungswege des HI-Virus.“

Das Krankenhaus hat ein großes Einzugsgebiet. Zu den etwa 100.000 Menschen, die in der direkten Umgebung, der Präfektur von Kloto wohnen, kommen Patienten aus den benachbarten Ländern Ghana, Benin und Burkina Faso. Bei der Diagnose ist insgesamt ein Anstieg der Krebserkrankungen aufgefallen. Anani Kuadjovi, der einige Jahre in Frankreich bei einem evangelischen Missionswerk gearbeitet hat, ist das Thema vertraut. Im afrikanischen Kontext ist es jedoch relativ neu. Daher möchte der EEPT-Mann Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Krebs-Prophylaxe schulen lassen:“ Die Dorfbevölkerung muss über Zusammenhänge der Krankheit und Vorsorgemöglichkeiten informiert werden. Besonders die Brust- und Prostatakrebs-Erkrankungen ließen sich so reduzieren. Aber das kostet Geld – Geld, das ich in meinem Budget nicht habe.“

© Norddeutsche Mission 2009