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Berufsschule in Alavanyo / Ghana (MP 1109)

Hauswirtschaft ist eine von sechs möglichen Ausbildungen in Alavanyo.

Auch in Afrika brauchen Jugendliche eine gute Berufsausbildung, um in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Die Evangelische Kirche in Ghana betreibt deshalb in der Volta-Region eine Berufsschule, die sich mittlerweile einen exzellenten Ruf erarbeitet hat.

Seth Yeboah beschreibt mit dem ausgestreckten Arm einen großen Kreis: „ Das, was wir Alavanyo nennen, besteht aus mehreren Dörfern. Das Zentrum ist Kpeme, darum gruppieren sich sieben weitere Ortschaften. Diese Gegend Ghanas ist seit langem berühmt für sein Schmiedehandwerk, seine Musik und das Kunsthandwerk. Die Leute sind begabt, sie können gut mit ihren Händen umgehen. Daher gibt es hier seit 1973 eine handwerkliche Ausbildungsstätte.". Yeboah selbst hat diese Schule besucht, nun ist er der Direktor der Berufsschule, die mittlerweile von der Evangelischen Kirche übernommen und zum „E.P.Church Trades Training Centre Alavanyo" ausgebaut wurde.

Das Zentrum bietet heute sechs verschiedene Ausbildungen an: Bauhandwerk, Elektroinstallation, Tischlerei/Schreinerei, Hauswirtschaft, Schneiderei und Sekretariat/Buchhaltung. „Zu Anfang mussten wir feststellen, dass viele Schülerinnen und Schüler kaum Englisch sprachen und Lücken in der Allgemeinbildung hatten", erzählt Seth Yeboah. „Daher unterrichten wir jetzt Englisch und Mathematik für alle. Zusätzlich gibt es ein Förderprogramm für benachteiligte Jugendliche. Das enthält Alphabetisierung ebenso wie praktische Anteile. Mit all dem haben wir gute Erfahrungen gemacht. Unsere Schülerinnen und Schüler legen inzwischen staatliche Prüfungen ab und erzielen sehr gute Ergebnisse."

Zurzeit nehmen an der Ausbildung in Alavanyo 345 Jugendliche teil, 180 von ihnen sind Mädchen, 220 leben im Internat. Die Schülerinnen interessieren sich zunehmend nicht nur für die klassisch weiblichen Ausbildungszweige sondern auch für Bauhandwerk und Elektroinstallation. Insgesamt sind 22 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule beschäftigt, dazu kommen das Küchenpersonal und einige Arbeiter. Die meisten erhalten ihr Gehalt vom Staat, einige müssen allerdings auch direkt von der Schule bezahlt werden. Die Schulgebühren betragen für Internatsschüler umgerechnet 220 Euro pro Jahr, diejenigen, die in der Umgebung wohnen und nicht untergebracht werden müssen, zahlen 120 Euro.

„Das ist nicht wenig", meint der Schuldirektor. „Aber dafür bekommt man hier auch eine wirklich gute Ausbildung. Fast alle Schulabgänger finden Arbeit. Manche sind dann angestellt, andere machen sich erfolgreich selbstständig. Das liegt sicherlich auch daran, dass sich Theorie und Praxis bei uns abwechseln. In den drei Jahren Ausbildung sind pro Jahr drei Monate Praktika in den Ferien vorgesehen. Das bringt viel." Die Dinge, die die Schülerinnen und Schüler in diesen Praktika herstellen, dürfen sie verkaufen und die Einnahmen für sich und ihre Familien verwenden. Dazu gehören unter anderem Näharbeiten und Catering, also die Versorgung mit Speisen und Getränken, bei Seminaren oder der Synode der Evangelischen Kirche.

Zu der reinen Berufsausbildung gehört für Seth Yeboah aber auch gesellschaftliches Engagement und Dienst am Nächsten: „Wir engagieren uns sehr für die Prophylaxe von HIV/Aids. Jedes Jahr organisieren wir ein Quiz zu diesem Thema innerhalb der Schülerschaft. Es gibt sogar ein paar Preise zu gewinnen. Und dann gehen unsere Jugendlichen mit dem neu erworbenen Wissen in die umliegenden Dörfer, um dort die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären."

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