Apotheke in Ho / Ghana (MP 1107)

Vincent Anymor und Rejoyce Kumah haben die wichtigsten Medikamente immer vorrätig.

Viele Menschen in Afrika haben so wenig Geld zur Verfügung, dass sie sich Medikamente kaum leisten können. Die Evangelical Presbyterian Church, Ghana betreibt daher eine eigene Apotheke, die so wirtschaftet, dass die Preise möglichst erschwinglich bleiben.

Vincent Anymor und Rejoyce Kumah zeigen froh auf ihre Regale: „Wir haben alle nötigen Medikamente vorrätig. Das ist wunderbar." Die beiden pharmazeutisch-technischen Assistenten arbeiten in der Apotheke der E.P.Church in Ho. Sie ist ziemlich neu, und man spürt, dass die beiden stolz darauf sind. „Ursprünglich wollte die Kirche eine Apotheke direkt am Sitz der Kirchenleitung eröffnen", erzählt Rejoyce Kumah. „Da gab es auch Platz, und das wäre auch eine Art Werbung für die Kirche gewesen." Aber die Pläne mussten geändert werden. Der Staat erteilte keine Lizenz, weil kurz zuvor eine andere Apotheke in diesem Stadtteil eröffnet wurde.

„Wir haben uns aber nicht entmutigen lassen und unsere Idee weiter verfolgt", berichtet Vincent Anymor. „Und so haben wir einen neuen Platz gefunden. Er ist an der Straße, an der auch die Mawuli School liegt, eine weiterführende Schule für Jungen. Sie ist eine Einrichtung der E.P.Church, so dass jetzt wieder eine räumliche Nähe zur Kirche entstanden ist. In diesem Stadtteil sind wir die einzige Apotheke, also war es dieses Mal kein Problem, eine Lizenz zu erhalten." Die Bauarbeiten gingen zügig vonstatten, und im August 2009 konnte die Apotheke als Projekt der Entwicklungsabteilung der Kirche eröffnet werden.

„Neben Einzelpersonen, die entweder für sich selbst oder für kranke Familienmitglieder Medizin benötigen, sind bei uns auch kleine Gesundheitsstationen Kunden", erklären die Angestellten. „Sie müssten sonst in die Hauptstadt Accra fahren. Das dauert lange, ist teuer und auch kompliziert. Es gibt nämlich viele verschiedene Anbieter, einheimische Produzenten ebenso wie Importeure."

Verkauft werden die Medikamente an die Patienten nur gegen Bargeld. Bei manchen übernimmt die Krankenversicherung die Kosten. Im Vergleich zu anderen Apotheken sind die Arzneimittel hier etwas preiswerter. „Wir haben uns als Nichtregierungsorganisation registrieren lassen, deshalb müssen wir weniger Steuern zahlen", erläutert Rejoyce Kumah. „Außerdem müssen wir keine Miete zahlen, weil das ein E.P.Church-Gebäude ist. Diesen Preisvorteil geben wir natürlich gern an die Patienten weiter."

Benötigt werden vor allem Medikamente gegen Bluthochdruck, Malaria, schwere Durchfälle sowie Antibiotika, um Infektionen zu stoppen. „Wir beraten die Menschen auch, die zu uns kommen", sagen die beiden Angestellten. „Und manchmal sind wir auch dazu da, dass man sich bei uns das Herz ausschütten kann."

Der Gewinn, den die Apotheke macht, wird am Anfang noch in die Erhöhung des Grundstockes an Medikamenten gehen. In einem zweiten Schritt ist geplant, die Überschüsse in soziale Projekte der Kirche fließen zu lassen. „Unsere Arbeit wird hier in Ho sehr gut angenommen", meint Vincent Anymor. „Deshalb denken wir auch mit der Entwicklungsabteilung der E.P.Church darüber nach, in anderen kirchlichen Regionen Apotheken zu eröffnen. Besonders im Norden wäre das dringend nötig."

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