Alphabetisierungsprogramm in Guerinkouka / Togo (MP 1001)

In Guerinkouka müssen die Frauen große Entfernungen zurücklegen, um Wasser zu holen.

Die meisten Menschen in Togo leben auf dem Land. Hier ist der Schulbesuch nicht selbstverständlich. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) setzt sich deshalb für Alphabetisierungsprogramme ein, vor allem in sehr abgelegenen Gegenden.

In der Zentralregion Togos, an der Grenze zu Ghana, findet man den Distrikt Guerinkouka. Fünf Dörfer in diesem Gebiet sind von der ethnischen Gruppe der Konkomba bewohnt. Eine Infrastruktur gibt es kaum. So sind die Straßen in einem äußerst schlechten Zustand. Das bedeutet: In der Regenzeit sind sie kaum zu passieren, in der Trockenzeit ist es derartig staubig, dass die Menschen an starkem Husten erkranken. Nur in einem der fünf Dörfer gibt es eine Grundschule. Doch auch hier ist die Einschulungsquote nicht sehr hoch. „Viele der Kinder haben zu Fuß einen Schulweg von zwei bis fünf Kilometern“, erzählt Pastor Kossi Adzado, Inspektor (Superintendent) der Zentralregion. „Das kostet zusätzlich zur reinen Unterrichtszeit in den Augen der Eltern zu viel Zeit. Sie wollen, dass ihre Söhne und Töchter auf dem Feld mitarbeiten oder sich um die Tiere kümmern. Deshalb schicken sie ihre Kinder nur ein, zwei Jahre oder gar nicht zur Schule.“

Die medizinische Versorgung ist ebenfalls schlecht. In keinem der Dörfer gibt es eine Krankenschwester oder eine Apotheke. Die Menschen müssen mehr als zehn Kilometer laufen, um eine Behandlung zu bekommen. In der Landwirtschaft fehlen den Bauern bessere Arbeitsmittel, Dünger und oftmals die Beratung, um ihre Erträge zu verbessern. „Diese Gegend ist selbst für togoische Verhältnisse extrem abgeschnitten“, meint Adzado. „Der Staat engagiert sich hier überhaupt nicht. Aber uns als Kirche sind die Menschen wichtig, wir tun etwas für sie.“

EEPT-Gemeindemitglieder aus den fünf Dörfern haben sich zu einem Komitee zusammengeschlossen. Begleitet vom Inspektor und Christine Dzamessi, Mitarbeiterin der Evangelischen Frauenarbeit in Sokodé, organisieren sie Maßnahmen, die ihr Leben verbessern. „Die Menschen hier haben erkannt, dass es ganz wichtig für sie ist, schreiben und lesen zu können“, berichtet Azado. „Also haben wir mit Alphabetisierungskursen begonnen. Wir haben Unterrichts-Materialien aus Ghana besorgt, die Teilnehmenden selbst haben Tafeln und Reiter, also die Ständer dafür, gebaut. Es ist wunderbar, zu sehen, wie begeistert sie bei der Sache sind und wie der Lernerfolg zu einem größeren Selbstbewusstsein führt.“

Ein Basisgesundheitsprogramm geht einher mit der Alphabetisierung. Verbesserte Babynahrung, Hygiene, Informationen über die Entstehung und Vorbeugung von Krankheiten sind Themen, die mit den Menschen besprochen werden.

Die Versorgung mit Wasser ist ein weiteres großes Problem. Die wenigen vorhandenen Brunnen sind in der Trockenzeit schnell ausgetrocknet. Deshalb sollen zusätzliche und tiefere Brunnen gebaut werden. „Aber das geht leider nicht so schnell wie wir möchten“, bedauert Kossi Azado. “Brunnenbau ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Man ist nie sicher, ob man Wasser findet. Und es kostet Geld."

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