Ghanaische Kirche auf dem Weg nach Kopenhagen

Inter-religiöse Klimaplattform

Auf Initiative der Evangelical Presbyterian Church trafen sich am 18. November 2009 Repräsentanten der Kirchen und des Islam in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Gemeinsam mit Vertretern der Weltbank, dem ghanaischen Umweltministerium, der Universität und Umweltorganisationen diskutierten die Leitenden Geistlichen der E.P.Church, der Vereinigungskirche Gottes, von Freikirchen, der nationalen muslimischen Vereinigung und der Ahmadijja-Muslime die Auswirkungen der Klimaveränderung auf Afrika. Vor der Klimakonferenz in Kopenhagen (7. bis 18.12.2009) ging es darum, gemeinsame Forderungen zu formulieren, die Position der ghanaischen Regierung zu stärken und die Öffentlichkeit auf den Klimagipfel aufmerksam zu machen.

Professor Chris Gordon (Universität von Ghana) machte deutlich, was der Klimawandel für Afrika bedeutet. Bei einer angenommen Erwärmung von 4,5 Grad bis zum Jahr 2080 wäre der Anbau von Kakao nicht mehr möglich. Zahlreiche Krankheiten, die fast ausgerottet waren, träten jetzt wieder verstärkt auf. Daher müssten finanzielle und personelle Mittel, die ursprünglich für die weitere Entwicklung gedacht seien, dafür verwandt werden, diese Krankheiten zu bekämpfen. In den trockeneren Gebieten Afrikas drohten Versteppung, Hungersnöte, große Fluchtbewegungen und Kriege. Gordon: „Obwohl der industrialisierte Norden der Hauptverursacher der Katastrophe ist, muss der afrikanische Kontinent die schlimmsten Auswirkungen erleiden."

Moderator Francis Amenu, der leitende Geistliche der E.P.Church, forderte die ghanaische Regierung auf, die Religionsvertreter in die Diskussion auf nationaler Ebene mit einzubeziehen. Kirchen und andere religiöse Organisationen sollten finanzielle und materielle Ressourcen erhalten, um auf ihrer Ebene die Menschen über die Auswirkungen des Klimawandels zu informieren und Projekte, die auf den Erhalt des Klimas ausgerichtet sind, durchführen zu können.

Die Teilnehmenden der Tagung forderten unter anderem die Aufnahme des Themas „Klimawandel" in die Lehrpläne der Schulen und in religiöse Radioprogramme. Die Vertreter der christlichen Kirchen und des Islam beschlossen, ihre gemeinsame Sicht der Umweltproblematik in Zukunft weiterhin in die Diskussion mit den ghanaischen Regierungsstellen einzubringen. Sie kündigten an, den Klimagipfel in Kopenhagen und die Phase danach mit konstruktiver Kritik zu begleiten.

Die Norddeutsche Mission unterstützt klimarelevante Projekte in Ghana und Togo wie Solarpumpen für Brunnen, Solarlampen und Wiederaufforstungsmaßnahmen.

Antje Wodtke

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