Agenda 21 - Programm / Ghana (MP 1012)

In den Workshops und Seminaren werden die Inhalte - wie hier beim Thema Bienenzucht - ganz praktisch vermittelt.

Seit 1992 läuft weltweit der Agenda-21-Prozess. Für nachhaltige Entwicklung setzt sich auch die Evangelical Presbyterian Church in Ghana ein. Sie hat verschiedene Programme für Gesundheit, Bildung und Umwelt mitentwickelt.

Auf einer Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio beschlossen 130 Staats- und Regierungschefs ein Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung für die Zukunft – die „Agenda 21“. In vielen Ländern wurden seitdem Tagungen organisiert, um die Umsetzung dieses Aktionsprogramms voranzubringen. So auch in Ho/Ghana. Hier trafen sich im April 1999 über hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Konferenz. „Daran erinnere ich mich noch gut“, erzählt Charles Agboklu, Mitstreiter der ersten Stunde. „Wir von der E.P.Church haben dann den Anstoß gegeben, dass ein Aktionskomitee gegründet wurde, das die Arbeit fortführt. Hier sind alle wichtigen Gruppen vertreten, die sich für die Entwicklung in der Volta-Region einsetzen: Vertreter der Politik, der Wirtschaft, der Frauenverbände, des Umweltschutzes, der Kirchen und der Muslime.“

Mit jeweils verschiedenen Kooperationspartnern nimmt das Agenda-21-Büro unterschiedliche Themenfelder in den Blick. So wurden gemeinsam mit dem Gesundheits- und dem Bildungsministerium sowie dem Institut für Erwachsenenbildung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine HIV/Aids-Kampagne ausgebildet. Diese sind seitdem in den Distrikten Ketu, Hohoe und Akatsi unterwegs, um die Bevölkerung über die Ansteckungswege der Krankheit zu informieren.

Seminare werden zum Thema „Nachhaltige Entwicklung – die Rolle der Distrikt-Versammlungen“ durchgeführt. Hier lernen die Teilnehmenden Methoden zum schonenden Umgang mit der Natur. Auch sollen wichtige Meinungsbildner in dem jeweiligen Gebiet eingebunden werden, wie traditionelle Herrscher und Priester, Bauern, Fischer und Frauengruppen. „Was die Umwelt angeht, wird Müll immer mehr zum Problem“, meint Charles Agboklu, ehrenamtlicher Koordinator des Büros. „Hier wird in nächster Zeit unser Fokus liegen. Wir müssen uns dringend damit beschäftigen, wie wir Müll vermeiden und wie wir vorhandenen beseitigen, verbrennen können.“

Neu ist auch eine Kampagne der Agenda-21-Mitstreiter, die sich für die Krankenversicherung für körperlich beeinträchtigte Menschen einsetzt. Die meisten Behinderten können ihren Versicherungsbeitrag nicht regelmäßig leisten, da sie noch weniger Möglichkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen als andere Menschen in Ghana. Mithilfe des Bremer Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa konnten viele von ihnen ihre Krankenversicherungskarte verlängern lassen. „Das war eine sehr bewegende Zeremonie“, erzählt Agboklu.“ Etwa hundert Betroffene waren versammelt, dazu der Moderator der E.P.Church, Beamte des kommunalen Krankenversicherungssystems und die Presse. Einige Behinderte berichteten, wie ihnen die Versicherungskarte konkret geholfen hat. Und der Moderator verwies auf Jesus Christus, der Kranke heilte und den Armen beistand.“

© Norddeutsche Mission 2009